Sonntag, den 25. April 2010 um 19:54 Uhr
Frankfurter Rundschau, 25.04.10 Tausende Demonstranten vor AKW Von Jutta Rippegather. Biblis. Sie stehen dicht gedrängt. Nebeneinander. Schulter an Schulter. Rund vier Kilometer misst die Menschenkette, die das Atomkraftwerk umzingeln. Sirenengeheul - und auf einen Schlag schlägt das fröhliche bunte Spektakel um in eine düstere Szenerie. Wie Fliegen fallen die Leute auf die Erde: Kinder, Junge, Alte. "Die gesamte SPD liegt am Boden" schreit ein Mann in sein Handy, als er die Gruppe prominenter hessischer Genossen passiert. Fünf Minuten dauert der Spuk. Dann erwachen die Demonstranten wieder vom symbolischen Atomtod. Sie stehen auf, klatschen, skandieren dazu laut: "Abschalten, abschalten". Rund um das Atomkraftwerk ist ihr Ruf zu hören.
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Sonntag, den 25. April 2010 um 11:13 Uhr
FR / ddp, 24.04.10.
Biblis
Tausende Demonstranten vor AKW
Demonstranten (Bild: dpa)
Biblis. Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk
im südhessischen Biblis umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung
kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986. Auch die Pläne der schwarz-gelben
Regierungskoalition in Berlin, die Laufzeiten der AKW zu verlängern, wurden bei der
Kundgebung vor dem Kernkraftwerk heftig kritisiert.
Zu der Demonstration, die nach Polizeiangaben friedlich verlief, hatten sowohl lokale als
auch überregionale Umweltgruppen wie der Bund aufgerufen. Die Veranstalter sprachen von
rund 20.000 Teilnehmern, die Polizei von gut 10.000.
Rund 120.000 Menschen stellten sich zeitgleich zu einer 120 Kilometer langen
Menschenkette zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg auf. Die Kette verband die zurzeit
abgeschalteten Atomkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel. Wie im Norden der Republik
attackierten auch die Redner in Biblis die Atompolitik der Bundesregierung.
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Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden stellte klar, dass es nicht darum gehe, ein
oder zwei Meiler in nächster Zeit abzuschalten und dann weitere Kraftwerke zu betreiben.
"Es geht uns um die sofortige Abschaltung", sagte der Mediziner. Seit dem das AKW in Biblis
1975 ans Netz gegangen sei, habe es über 800 meldepflichtige Störfälle gegeben, darunter
einen Beinahe-GAU im Jahr 1987. Das spreche für sich. "Das Ding muss abgeschaltet
werden und zwar schnell", sagte Wilk unter großem Applaus.
Aufgrund der Unfallgefahr und der ungeklärten Frage nach der Endlagerung von Atommüll
bezeichnete der Umweltschützer den Betrieb der Kraftwerke als Körperverletzung, die vom
Staat geschützt werde. "Wer die Risiken kleinredet, der handelt kriminell."
Außerdem kritisierte Wilk den im Jahr 2000 ausgehandelten Atomkonsens zwischen der
damaligen rot-grünen Regierung und den Energiebetreibern. Damals sei die Politik der
Atomindustrie zu weit entgegengekommen. "Was wir heute erleben, ist das Ergebnis des
faulen Atomkompromisses". Es zeige sich, dass nur der Druck von der Straße eine Chance
biete, aus der Atomkraft auszusteigen.
Die hessischen Grünen werteten die Umzingelung des Reaktors als "riesengroßen Erfolg".
Die hohe Teilnehmerzahl "zeigt, wie viele Menschen die Abschaltung dieses Schrottreaktors
wollen", teilten die Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir und Kordula Schulz-Asche mit. "Den
heutigen Tag sollten Angela Merkel und Roland Koch sich sehr genau merken."
Die SPD-Politikerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die von 1998 bis 2009 Bundesministerin für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war, demonstrierte ebenfalls in Biblis. Sie
sagte der Nachrichtenagentur ddp, der Konsens sei richtig gewesen. "Allerdings will die
jetzige Bundesregierung in Berlin diesen Schritt wieder rückgängig machen. Das halte ich für
fatal", sagte sie.
Auch der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel kritisierte die
Atompolitik von Schwarz-Gelb. Mit Blick auf die Landesregierung unter Roland Koch (CDU)
sage er, es sei bedenklich, dass sie sich voll hinter die Strategie des Kernkraftbetreibers
RWE stelle.
"Dass heute so viele Menschen heute nach Biblis gekommen sind, ist ein starkes Zeichen
gegen die Sackgassentechnologie Atomkraft und für die vertraglich vereinbarte Stilllegung
des Kraftwerks Biblis", sagte Schäfer-Gümbel. Im Fall Biblis entscheide sich die
Vertragstreue einer ganzen Industrie, da Block A laut Atomkonsens in den kommenden
Monaten vom Netz gehen müsse. Die große Beteiligung an der Protestaktion mache
deutlich, "dass die Menschen den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie wollen", sagte
Schäfer-Gümbel. (ddp)
http://fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2579301_Biblis-Tausende-
Demonstranten-vor-AKW.html
Donnerstag, den 22. April 2010 um 14:26 Uhr
DDP, 22.04.10 Wiesbaden (ddp-hes). Mit der größten Anti-Atom-Demonstration in Biblis seit 1988 wollen Atomkraftgegner am Samstag gegen eine Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke protestieren. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10 000 Teilnehmern, die den ältesten deutschen Atommeiler Biblis A und den benachbarten Block B umzingeln sollen. «Es ist eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu spüren», sagte der Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen, Matthias Weyland, am Donnerstag.
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Donnerstag, den 22. April 2010 um 12:28 Uhr
TAZ, 22.04.10
Teuere Auflagen für Anti-AKW-Demo
Die Gemeinde Biblis verlangt von den Veranstaltern der AKW-Umzingelung am Samstag
einen aufwändigen Sanitätsdienst. Für die Veranstalter ist das rechtswidrig. VON
CHRISTIAN RATH
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 22:21 Uhr
HR-online, 21.04.10
Dicke Rechnung für Biblis-Gegner?
Die Veranstalter der Anti-Atomkraft-Demo am Samstag in Biblis sollen für den Einsatz von
Sanitätern mehrere tausend Euro zahlen. Gegen diese Forderung der Gemeinde wehren sie
sich nun vor Gericht - das Demonstrationsrecht sei bedroht.
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 14:36 Uhr
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.10
Großdemonstration - Atomkraftwerk Biblis wird "umzingelt"
Umweltschützer stoßen sich an längeren Laufzeiten für das Atomkraftwerk Biblis und wollen
ihrem Ärger am Samstag Luft machen. Indem sie Block A und Block B "umzingeln". Die
Grünen haben eigens zehn Busse gechartert.
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 08:31 Uhr
Mannheimer Morgen, 20.04.10
Rhein-Neckar. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband
Rhein-Neckar-Odenwald, sowie zahlreiche BUND-Ortsverbände in der Region mobilisieren
für die zentrale süddeutsche Anti-Atom-Demonstration anlässlich des Tschernobyl-
Jahrestages in Biblis am kommenden Samstag, 24. April.
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 08:31 Uhr
Wormser Zeitung, 20.04.10
Von Christoph Risch. Das Atomkraftwerk Biblis abschalten, und zwar sofort: Diese
Forderung ist fast so alt wie das Kraftwerk selbst, am kommenden Samstag soll ihr wieder
einmal Nachdruck verliehen werden. Die Organisatoren hoffen auf so viele Demonstranten,
dass es ausreicht, den etwa vier Kilometer langen Zaun rund um die beiden Reaktoren A und
B zu umzingeln.
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 08:31 Uhr
Wormser Zeitung, 21.04.10
KETTENAKTION SPD-Unterbezirk Bergstraße ruft zur Umzingelung des AKW Biblis am 24.
April auf
/BERGSTRASSE (red). Der SPD-Unterbezirk Bergstraße ruft auf, am Samstag, 24. April,
unter dem bundesweiten Motto "KettenreAktion: Atomkraft abschalten!" an der gemeinsamen
Umzingelung des Atomkraftwerkes Biblis mitzumachen. Die Mitglieder der SPD aus der
südlichen Region Hessens werden in elf Bussen anreisen und für die Stilllegung von Biblis
demonstrieren. Zusammen mit tausenden Menschen wollen sie ein unübersehbares Zeichen
gegen die Landes- und Bundesregierung setzen.
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Mittwoch, den 21. April 2010 um 08:31 Uhr
mittelhessen.de, 20.04.10
Aktion in der Marburger Innenstadt
Marburg (jo). Abhängengegen Atomkraft. Unter dieses Motto könnte man die Aktion stellen,
mit der Aktivisten der Marburger Anti-Atomkraft-Bewegung am Dienstag, 20. April, in der
Innenstadt zur Teilnahme an einer Demonstration in Biblis aufgerufen, mit der
Atomkraftgegner am Samstag, 24. April, gegen die von der Bundesregierung diskutierte
Verlängerung der Laufzeit deutscher Kernkraftwerke demonstrieren wollen.
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